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Kurze Biografie von Helmuth James von Moltke:
Kurzbiographie
Helmuth James Graf von Moltke wurde am 11. März 1907 als ältestes Kind des Gutsbesitzers Helmuth Adolf von Moltke und Dorothy Rose-Innes, der Tochter eines obersten Richters der Südafrikanischen Union in Kreisau geboren. Von ihr bekam er „Liebe und Wärme für ein ganzes Leben“ (Moltke an seine kleinen Söhne). Er wuchs mit 4 Geschwistern auf dem Familiengut in Kreisau und in Berlin auf. Sein Urgroßonkel war General-Feldmarschall Helmuth Karl Bernhard Graf von Moltke.
Ab 1927 studierte H. J. v. M. Rechts- und Staatswissenschaften in Breslau, Wien und Berlin. 1927 beteiligte er sich auch zusammen mit Hochschullehrern (Eugen Rosenstock-Huessy) und Leitern der Jugendbewegung an der Löwenberger Arbeitsgemeinschaft, in deren Arbeitslagern stellenlose junge Arbeiter und Jungbauern mit Studenten zusammengeführt wurden, um voneinander zu lernen und in berufsübergreifender Fortbildung staatsbürgerliche Kenntnisse, Pflichten und Rechte einzuüben. Moltke entwickelte schon in jungen Jahren präzise Vorstellungen für einen demokratischen Staat. Wegen der unsicheren politischen Lage in Deutschland schloss er ein Studium zum Barrester (Rechtsanwalt) in England an. 1931 heiratete er die Bankierstochter Freya Deichmann mit der ihn eine große Liebe verband und mit der er 2 Söhne (Helmuth Caspar und Konrad) hatte. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 und der Wahl Hitlers zum Reichskanzler war für den hellsichtigen Moltke Krieg, Diktatur und das Ende des Rechtsstaats vorprogrammiert.
Ab 6. September 1939 wurde Moltke in die völkerrechtliche Abteilung (Beratungsstelle für Völkerrecht) der Amtsgruppe Auslandsnachrichten und Abwehr unter Admiral Kanaris verpflichtet. 1940 kam es zur Begegnung zwischen Moltke und Peter Graf Yorck von Wartenburg, die zur Gründung des „Kreisauer Kreises“ führte. Ihm gehörten vertraute Persönlichkeiten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen (Militär, Kirchen, Recht, Gewerkschaft, Kultur, Sozialwissenschaft und Männer wie Frauen) an, die gegen die Naziherrschaft eintraten.
Es war zunächst ein kleiner Zirkel der engsten Vertrauten der sich konspirativ auf Gut Kreisau oder zu Einzelgesprächen an anderen Orten traf. Der Kreisauer Kreis umfasste schließlich etwa 20 bis 25 Verbündete. Ziel war die Erarbeitung einer „Nachkriegsordnung“ für die Zeit nach Kriegsende und für einen demokratischen Neuanfang. Sie wurde am 9. August 1943 bei der dritten Kreisauer Tagung verabschiedet. Auf dem Hintergrund seiner angelsächsischen Herkunft, seiner Bildung und seiner weit verzweigten Kontakte versuchte Moltke gleichzeitig, Verbündete im Geiste zur Entmachtung Hitlers zu gewinnen, die darüber hinaus an einer neuen europäischen demokratischen Ordnung nach Beendigung des Krieges mitarbeiten sollten. Moltkes Überlegungen nahmen visionär die spätere Europäische Union vorweg. Das scheiterte an den Bedenken seiner hochrangigen Gesprächspartner.
Ein Teil des Kreises schloss sich dem militärischen Widerstand um Claus Schenk Graf von Stauffenberg an, der das Attentat auf Hitler plante. Moltke hatte sich stets dagegen ausgesprochen. Er war grundsätzlich gegen Gewaltanwendung und fürchtete eine weitere Legendenbildung.
Als der Kreisauer Kreis 1944 aufflog, wurde Helmuth James von Moltke wie seine Weggefährten im Januar 1944 verhaftet, vom Volkgerichtshof (Roland Freisler) zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 im Alter von 37 Jahren in Plötzensee durch den Strang hingerichtet. Freya von Moltke überlebte ihren Mann um 65 Jahre.
Der 2011 bei C.H. Beck veröffentlichte geheime Briefwechsel zwischen dem Ehepaar Moltke aus dem Gefängnis Tegel ist ein bewegendes Zeugnis der geistigen und menschlichen Größe Moltkes, seiner tiefen Religiosität und der außergewöhnlichen Liebe des Ehepaares. Die Briefe wurden vom Gefängnispfarrer und Widerstandskämpfer Harald Poelchau hinaus und hinein geschmuggelt. Sie sind die Vorlage für Szenische Lesungen und für den Film „Geschichte einer Liebe – Freya“.
Hinweis auf eine Literaturliste zu Moltke folgt nach.
Hinweis: eine Literaturliste zu Moltke folgt demnächst…